Tenchu: Shadow Assassins



Jens Bremicker für GameFeature.de

Mit Tenchu: Shadow Assassins versucht sich die bekannte Ninja-Schleich-Action-Reihe nun auf der Nintendo Wii. Ist das Spiel geglückt?

Nun, das kann man nicht wirklich sagen. Es geht schon bei der Story los. Die Tochter eures Anführers Lord Gohda wird entführt und zwischen eurer und einer anderen Region droht ein Krieg zu entbrennen.

Wirklich spannend, mitreißend ist das nicht. Und auch die Inszenierung stimmt einen nicht zufrieden. Die Zwischensequenzen in Spielgrafik sind zwar nett gemacht, auch wenn Text und Sprachausgabe hier nicht ganz synchron zueinander sind, jedoch wird die Geschichte dennoch recht wirr erzählt. Die Missionsbeschreibungen, die auch zur Präsentation der Story beitragen, laufen im Menü einzeilig am untern Bildschirmrand ab. Diese zu lesen ist mitunter so doch etwas langwierig, wenn man überhaupt so motiviert ist, dies zu tun.

Als erfahrener Ninja Rikamaru, oder später auch als dessen Kollegin Ayame, gilt es nun, 10 Missionen zu bewältigen, die in circa fünf bis acht Stunden zu schaffen sind. Wirklich lang ist das nicht, dafür gibt es jedoch noch einige Zusatzmissionen, die ihr im Laufe des Spiels freischalten müsst. Insgesamt ist Tenchu: Shadow Assassins aber kein Umfangsmonster, wie man es gerne hätte.

 


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Auf der anderen Seite ist das aber auch nicht schlimm, denn letztendlich ist das größte Problem des Spiels die fehlende Abwechslung. Zwar gibt es einige nette Gadgets, wie zum Beispiel Shuriken oder ein Bambusrohr, welches mit Wasser gefüllt ist und dazu dient, Lichtquellen zu löschen, aber im Grunde tut uhr doch immer das Gleiche: Von Schatten zu Schatten huschen und Gegner von hinten lautlos erledigen. Dabei dürft ihr euch natürlich nicht entdecken lassen, denn sonst müsst ihr das Spiel von einem bestimmen "Savepoint" aus "neu starten": Rikimaru bzw. Ayame lösen sich quasi "in Rauch auf" und beginnen von einem bereits bewältigten Punkt aus neu. Ausgeschaltete Gegner kommen dabei aber nicht ins Spiel zurück, sodass ihr den gleichen Weg gefahrenlos nochmal ablaufen müsst. Sterben könnt ihr im Spiel somit nicht. Das Problem ist jedoch, dass ihr sehr leicht entdeckt werdet. Ein wiederholtes Ablaufen von bereits bekannten Wegen passiert also ständig und geht einem richtig auf die Nerven. Tragt Ihr ein Schwert bei Euch, geht der Charakter jedoch in die Offensive, wenn eine feindliche Wache ihn sieht. Dann wechselt das Spiel von der Third- in die First-Person und ihr müsst die Angriffe eures Gegners abwehren. Dies geschieht, indem ihr Wii-Remote in die auf dem Bildschirm angezeigte Haltung bringt. Klingt ganz nett, ist aber höllisch schwer, da die Wii-Remote-Einblendungen nur ganz kurz angezeigt werden, sodass ihr sehr schnell reagieren müsst. Werdet ihr von der gegnerischen Klinge getroffen, passiert das gleiche, wie oben beschrieben: Rikimaru/Ayame tritt den Rückzug an. Echt nervig!

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Die Steuerung ist ansonsten aber ganz gut gelungen. Gegner attackiert ihr von hinten, indem ihr den A-Knopf drückt und die eingeblendeten Bewegungen mit Fernbedienung und Nun-Chuk ausführt. Und das klappt auch ganz gut. Auch die restliche Bedienung geht vollkommen in Ordnung. Die Grafik schlägt in die selbe Kerbe: Für Wii-Verhältnisse sieht Tenchu: Shadow Assassins wirklich gut aus. Die Charaktere sind relativ detailliert und die Animationen sind teilweise, besonders bei den Tötungs-Sequenzen, gut gelungen, wirken an anderen Stellen widerrum ein wenig hölzern. In Sachen Sound hingegen ist das Spiel wirklich ein zweischneidiges Schwert: Die englische Sprachausgabe ist gut gelungen und die Musik macht an sich auch einiges her, jedoch ist letztere teilweise sehr schlecht eingesetzt. Wenn ich als Rikimaru durch die Schatten schleiche, dann passt eine schnelle Tempo-Musik überhaupt nicht zu dem, was man sieht. Das ist alles andere als toll gemacht.

 

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Insgesamt betrachtet kann man Tenchu Shadow Assassins so nur bestenfalls als gehobenen Durchschnitt betrachten. Wer ein interessiert ist am japanischen Mittelalter und an Ninjas allgemein, dürfte für zwei bis drei Stunden seinen Spaß haben, sich dann aber auch über die mangelnde Abwechslung ärgern. In diesem Fall sollte man auf einen Preisnachlass warten. Allen anderen rate ich dringendst von einem Kauf ab. Denn auch auf der Wii gibt es deutlich bessere Titel für Core-Gamer.