Tiger Woods PGA Tour 10



Simon Winzer für GameFeature.de

Bereits im Juli erschienen die diesjährigen Tiger-Wood-Spiele für sämtliche Konsolen. Dieses Jahr erhielten wir die Xbox360 und die Wii-Version, die ich im folgendem Vergleichsbericht werte. Hierbei werden alle relevanten Punkte der beiden Versionen verglichen und alles erwähnt, was für die Spiele von Bedeutung ist.

 

Bild von der wii Version

Die Sprache



 

Bereits in der ersten zu vergebenen Kategorie gibt es bei beiden Spielen leider einen Abzug. Leider sind die Tiger-Wood-Spiele nur in Englisch programmiert. Mit sechs Jahren Englisch in der Schule ist dies zwar nicht zwingend ein Problem, nur wenn im Tutorial Fachbegriffe auftauchen, kann der Zusammenhang schwer zu erkennen sein und man weiß nicht, was man machen soll. Wenn man sich einen Titel zum Vollpreis kauft, sollte die deutsche Sprache schon Standard sein, Electronic Arts! Nach ein wenig Übung ist man aber im Spiel drin, und bei den Turnieren und im Laufe des Spiels muss man sich nur noch im Menü mit dem Englisch herumplagen.
 

Bild von der wii Version

 

Das Tutorial
 

Wenn man denn das komplett Tutorial schafft, weil man sich durch das Englisch und die Golf-Fachsprache durchplagt, ist man ideal auf das Spiel vorbereitet und weiß, was zu tun ist. In der Wii-Version bin ich an manchen Tutorials gescheitert

In der Xbox-Version hingegen schaffte ich das Tutorial ohne ein Problem und beherrsche das Spiel ideal.

Das Durchfallen in der Wii-Version liegt aber nicht an der Umsetzung des Tutorials, sondern mehr an der Sprache. Nach ein wenig Übung und vieler Schimpfwörter, waren dann auch irgendwann zuerst nicht geschaffte Spielzüge drin.
 

Bild von der xbox360 Version

 


Die Karriere
 

Bevor es mit eurer Karriere los geht, müsst ihr euch erst einmal euren Charakter erstellen. In der Wii- sowie in der Xbox-Version gibt es gefühlt unendlich verschiedene Gestaltungsmöglichkeiten eurer Figur. Die Wii-Version wirkt insgesamt etwas kindgerechter, der Spieler in der Xbox-Version sieht realer aus.
Nach der Erstellung des Spielers geht es auch schon mit der Karriere los. Neben der Möglichkeit, die Charaktere zu verändern und ihre Fähigkeiten zu verbessern, gibt es noch den Turniermodus und den “Legendenmodus”. In diesem “Legendenmodus” müsst ihr in Wirklichkeit geschehende Situationen nachspielen. Dies kann z.B. Das letzte Loch der Playoffs sein und Tiger Wood muss aus 100 Yards mit einem Versuch treffen, um das Spiel zu gewinnen.
Im Turniermodus merkt man dann, dass die Xbox360 die Core-Konsole im Vergleich zur Wii ist. Hier läuft alles ein wenig professioneller ab, denn Preisgelder und alles was zu eine mTurnier gehört, sind hier realistischer. Vom Umfang her unterscheiden sich beide Versionen aber kaum. Ihr müsst sämtliche Turniere spielen und gut abschneiden, um euch für die Play-Offs des Golfs, den “Fed-Ex-Cup” zu qualifizieren.
 

Bild von der xbox360 Version

 

Die Grafik
 

Wie bei der Charakter-Erstellung merkt man auch an der Grafik, dass die Wii die “Family-Konsole” ist, denn in der X360-Version ist die Grafik detaillierter und alles drumherum sieht sehr realistisch aus, man denkt förmlich, man spiele selber auf dem Fairway.
Aber für Wii-Verhältnisse haben wir auch keine schlechte Grafik – im Gegenteil, zu den Vorgängern hat sie sich verbessert. Daher ein großes Lob. Da dies ein Vergleichstest ist, erhält die Wii trotz ihrer Verbesserungen keine Punkte.
 

Bild von der xbox360 Version


 

Die Musik und der Sound
 

Leider gibt es in den Menüs der beiden Konsolen nur einen, nervenden Sound. Eine Playlist wie in Fifa und NHL wäre wünschenswert gewesen. Dafür gibt es Kommentatoren, die einen guten und realistischen Kommentar abgeben – in beiden Versionen. Auch wenn die Kommentare in Englisch sind, stört dies nicht besonders, denn sie haben einen klaren Dialekt und geben wirklich sinnvolle Kommentare ab. Das ist mit weitaus lieber als irgendeine dämliche Menümusik.

Die Steuerung
 

Wenn in an das Wii-Spiel von 08 denke, graust mich der Gedanke an die Steuerung, die damals mehr als Bescheiden war. Ich freute mich nun förmlich, ein modernes Golfspiel mit dem Pad zu spielen – doch nun sieht die Sache etwas anders aus.
Auch wenn ich zuerst den Gedanken hatte, ohne Wii-Motion-Plus wäre das Spiel direkt gelaufen, lag ich komplett falsch, ich hatte die Steuerung sofort raus und die Konsole erkannte direkt alle meine Spielzüge. Die Wii-Version wartet mit einer realistischen und perfekten Steuerung auf, die ich nicht erwartet hätte. Auch das Schlaggefühl ist bei der Wii um einiges besser, denn ich kann wesentlich besser ausholen als in der Xbox360-Version, wo ich nur das Steuerkreuz runter und wieder hoch drücken muss, um zu schlagen. In der Wii landen 40% meiner Bälle besser als in der Xbox-Version, trotz der zum Teil gleichen Löcher, hier gewinnt eindeutig die Wii, mit direkt 2 Punkten.
 
Bild von der xbox360 Version

Der Online-Modus
 

Hier mussten die Anleitungen eine Entscheidung beiführen, denn mit der X360 kann ich leider nicht  online gehen. Bei der Wii sieht es anders aus, der Online-Modus unterscheidet sich in beiden Versionen aber keinen Deut.

Es gibt tages- und wochenbasierte Turniere, wo jeder 18 Löcher spielt. Am Ende gibt es dann einen Gewinner – auf der gesamten Welt.
Dann gibt es noch die Sofort-Spiel-Variante, wo ihr live und direkt entweder gegen einen Unbekannten oder aber einen Freund antretet.

Das Spielen in der Wii-Version ist kostenlos – ihr könnt euch aber mit euren Wii-Points Materialien für euren Golfer kaufen.

Um auf der Xbox spielen zu können, benötigt ihr die Gold-Mitgliedschaft. Dies liegt aber nicht an EA, sondern an Micorsoft, die Geld für diesen Service haben möchten.

Ein nettes Gimmick ist das Live-Basierte Wetter in der Karriere. Über den Wetterbericht bezieht das Spiel das Wetter an den Golfanlagen und berechnet so den Wind, Regen und Sonnenschein.

Spielspaß und Extras
 

In dieser Kategorie hat die Wii die Nase vorne. Insgesamt macht es einfach viel mehr Spaß, mit einer realen Steuerung zu spielen. Die Sache mit der Steuerung fließt in diese Wertung nicht ein, nur die Wii motiviert hierdurch um einiges länger als die Xbox-Version, wo ich schon nach drei bis vier Turnieren die Nase voll hatte, da das Spiel trotz verschiedener Löcher doch immer das Gleiche war.

Und auch an Minispielen bietet die Wii-Version etwas mehr. Denn hier gibt es neben divereser, real wirkender Minispiele noch den “Disc-Modus”. Hier müsst ihr alle Löcher mit einer Frisbee-Scheibe durchspielen, was am Anfang etwas ungewohnt ist, aber eine Menge Spielspaß beschert.

Und auch gibt es eine Party-Ecke für Multiplayer, wofür 2 Controller von Nöten sind. Hier müsst ihr diverse Minispiele zocken. Für jeden Sieg zieht ihr auf dem Golfplatz etwas weiter weg. Wer als erstes am Loch ist, siegt. Dies hat mir mit einem Freund auch eine Menge Spaß beschert.


Fazit
 

Und die Wii-Version gewinnt spektakulär mit 7:5. Vom Realismus und der Grafik her unverdient, berechnet man aber den Spielspaß mit ein, hinkt die Xbox-Version hinterher. Denn Realismus ist nicht alles, denn für mich ist entscheidend, was länger motiviert. Ich spiele lieber in einer weniger realistischen Golfsimulation 20 Turniere mit Freude als 3 Turniere mit Langeweile und ohne große Erfolgsquoten.

Und für Wii-Verhältnisse stimmt die Grafik, das Spiel hat sich in den letzten beiden Jahren arg verbessert. Das sollte auch belohnt werden. Ein 7:5 mag täuschen, wennman sieht, dass die Gesamtwertung sich in beiden Spielen nur um 3% unterscheidet. Die Xbox-Version ist nicht viel schlechter als die der Wii, nur das 7:5 soll die Unterschiede im Spielspaß ausdrücken!