Call of Juarez: Bound on Blood



Sebastian Mersch für GameFeature.de

Endlich ist er da! Der zweite Teil des WildWest Shooters Call of Juarez hat einfach einen gigantischen Vorteil. Das Setting wurde noch nicht so oft benutzt wie z.B. die unendlichen Weltkriegsshooter. Angefangen hatte alles damals im Jahre 2006. Dort erschien der Vorgänger und zeigte bereits, dass man mit Revolverhelden sicherlich nicht auf das falsche Pferd gesetzt hatte. Der erste Teil galt als innovativ und fand guten Anklang bei den Fans. Warum also nicht einen Teil 2 herausbringen? Nun der zweite Teil namens Bound on Blood knüpft nicht an das Ende des ersten Teils an sondern stellt die Vorgeschichte des ersten Teils da. Keine Angst Ihr braucht Euch jetzt nicht auf die Suche des ersten Teils machen, auch ohne dem spielen des ersten Teils versteht man die gesamte Storyline.

Wir schlüpfen entweder in die Rolle von Ray oder von Thomas McCall die beide eine grandiose wenn auch etwas kurze Wildweststory uns bieten. Entwickler Techland zeigt uns wie ein guter solider 3D Shooter auszusehen hat, denn was wir grafisch dageboten bekommen, kann sich nicht nur hier mit der Call of Duty Reihe vergleichen lassen. Nicht nur die Grafik ähnelt, sondern auch die schönen Animationen, die gescripteten Events sorgen für das reale Actionerlebnis.
 

Schnell finden wir uns in der Steuerung im Kampf zwischen den Südstaaten und konföderierten um die Vorherschaft Amerikas wieder. Als uns die Familie uns wichtiger ist, als die Anordnungen unseres Befehlshabers kehren wir als Desateur zu unserer Farm und müssen leider ansehen, dass wir zu spät gekommen sind. Hier finden wir unseren dritten Bruder, einen Priester wieder den wir im Verlauf des Spiels noch oft beschützen müssen. Dieser hört auf den Namen William und er erzählt auch die eigentliche Story, auch zwischen den Ladebildschirmen hören wir aufmerksam den Beschreibungen von William zu und so fallen die Ladesequenzen kaum auf. Weiter auf der Flucht hören wir von einem uralten Indianer Schatz. Spätestens nach den ersten Spielstunden denkt man nicht welche Ausmaße noch die Geschichte nehmen könnte. Neben den brüderlichen Streit um eine Frau über wildernde Indianer bis hin zu eine Räuberbande. Alle wichtigen Wildwest Elemente sind hier vereint. Mal stehlen wir eine Kutsche und verteidigen sie das andere mal befinden wir uns in Minen und kämpfen um unser Überleben. Ebenfalls dabei ist das typische reiten durch die Prärie! Hier hat man sogar etwas Freiraum gelassen um das lineare Shootererlebnis etwas aufzulockern.
 

 Zwischen den Missionen können wir uns bei einem Händler neue Waffen und Munition eindecken. Ob man mit Pistolen einhändig oder zweihändig durch die gegend stolziert, oder ob man es mit einen der zahlreichen Gewehren aufnimmt ist Euch überlassen. Die Auswahl reicht sogar über Messer bis hin zum Pfeil und Bogen.

Aber toll ist nicht nur die Grafik, die Story und das Waffenarsenal sondern auch das Gameplay und die Abwechslung sind durchaus gegeben. Vor den Missionen dürfen wir uns jeweils einen Bruder auswählen, die sich grundsätzlich anders spielen und teilweise auch andere Aufgaben haben. Während Ray der ältere doch der stärkere ist, kann er meißt die Aufgaben tätigen wo Muskelkraft gefragt ist, während Thomas wendig, schnell und flink ist. Er klettert schnell auf höhere Eben und hilft seinen Bruder größere Höhen zu überwinden. Dabei fallen die durchaus provokanten Sprüche der beiden Brüder immer wieder positiv auf. Wobei wir auch bei der Sprachausgabe, Soundeffekte und der Musik sehr viel Lob aussprechen. Sogar die deutschen Sprecher wirken höchst professionel nur sind sie oft leider zu leise.
 

Ihr merkt schon wir spielen selten alleine, haben meißt einen Kameraden an unserer Seite und diese verhalten sich durchaus gut, was man normalerweise von Team KI´s anderer Spiele ja nicht sagen kann. Zwar ist unser Kamerad nicht gerade der Meisterschütze, aber Fehler in der Wegroutine sind uns nicht aufgefallen.

Meißt erwartet uns am Ende des Levels ein Boss-Kampf, den wir in alter Wildwest Marnier einfach im Duell erledigen. Hier hat Ubisoft wieder einmal Händchen bewiesen. Das ist so gemeint wie wir gesagt haben, denn hier steuern wir in der Verfolgerperspektive unsere Hand mit der Maus und folgen den Fußschritten unseren Duellisten. Die Hand ist vollkommen frei steuerbar mit der Maus und sobald die Glocke leutet müßt ihr schnell Euren Revolver ziehen und dann gut zielen bevor es Euer Gegner tut. Während diesem Manöver schaltet das Spiel in einer Art Slowmotion, wie auch bei sehr vielen Special Moves, die nach einer gewissen Anzahl von Bodycounts ausgeführt werden können. Außerdem treten Slowmotion-Szenen bei dem stürmen von Gebäuden auf. Hierbei sehen wir wie unsere Zielhilfen langsam sich zusammen führen und wir im rechtzeitigen Moment schießen können. Außerdem spielt das Spiel sehr gerne mit der Unschärfe. Solltet Ihr z.B. mit einem Revolver genau zielen, so werdet Ihr Euer Ziel sehr deutlich sehen während andere Objekte langsam verwischen und unscharf werden.
 

In diesem Shooter ist einfach alles drinn, was ein Cowboyfan benötigt. Gute Story, tolle Grafik, bombastischer SOund, gute Synchronsprecher und ein tolles Spielerlebnis, wobei alle Wildwest Elemente bedient werden. Teilweise ist die Sprachausgabe leider zu leise und die kürze des Spiels bringen es doch um eine Top 90er Wertung. Schade ein wenig Mehr kann man jedoch dann im Multiplayer Modus bekommen, dieser ist samt den vielen unterschiedlichen Modi wie das ganze Spiel gelungen. Außerdem lädt das Spiel durch die verschiedene Brüderwahl durchaus zum erneuten spielen ein.