Divinity 2


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Jens Bremicker für GameFeature.de

Mit Divine Divinity und Beyond Divinity gelangen dem belgischen Entwicklerstudio Larian Studios zwar nicht unbedingt absolute Top-Titel, die beiden Rollenspiele aus der Iso-Perspektive fanden aber doch einige Fans. Nun ist mit Divinity 2: Ego Draconis das dritte Spiel der Reihe erschienen und kommt mit einer gänzlich anderen Optik daher. Die isometrische 2D-Grafik ist einer 3D-Engine, namentlich der Gamebryo Engine (Oblivion, Fallout 3) mit Verfolgerperspektive gewichen.

Die Geschichte von Divinity 2 ist durchaus nett gemacht. Ihr spielt einen angehenden Helden, der zu Beginn des Spiels seine Ausbildung zum Drachentöter beendet. Fortan liegt es an ihm, die fliegenden Echsen zu bekämpfen, von denen es jedoch so gut wie gar keine mehr gibt. Doch im Verlauf der Handlung stellt sich schnell heraus, dass nicht die Drachen die große Bedrohung sind, sondern eine Finsterling namens Damian, der das Land Rivellon unter seine brutale Herrschaft bringen will.

Letztendlich läuft es darauf hinaus, dass der Held selbst zu einem Drachenritter wird, sich also selbst in einen Drachen verwandeln kann, und Damian aufhalten soll. Das ganze ist nett erzählt und man ist immer gewollt, der Handlung zu folgen. Hier und da gibt es zwar ein paar Logikfehler, die dem Spielverlauf zu Gute kommen sollen, aber schön ist das natürlich nicht. Es mindert den Spielspaß aber auch nicht wirklich.

 


Das Level-System funktioniert relativ unkompliziert. Ihr sammelt Erfahrungspunkte und steigt so in der Stufe. Mit jedem Levelaufstieg könnt ihr eure Charakterwerte (Stärke, Lebenskraft etc.) verbessern und einen neuen Skill erlernen bzw. einen bereits erlernten ausbauen. Sehr schön: Man kann von Anfang an alle Talente einsehen und schauen, was diese bewirken. Das wird nicht nur in Textform erklärt, sondern auch in einem Video, was in einem kleinen Fenster daneben abgespielt wird. So weiß man immer ganz genau, was welcher Skill macht.



Sehr schön in Divinity 2 sind die Quests. Sowohl die Haupt-, als auch die Nebenaufträge sind stets toll designt. Zudem kann man jede Quest auf mindestens zwei unterschiedliche Arten und Weisen lösen. Das sorgt auch nochmal für einen erhöhten Wiederspielwert. Und: Das Spiel steckt wirklich voller Missionen, die alle sehr abwechslungsreich sind. Über all in der großen Spielwelt gibt es etwas zu tun. Diese ist zwar nicht so weitläufig wie die eines Gothic 3 oder Oblivion und ist auch nicht von Beginn an komplett frei begehbar, aber es gibt schon sehr viel zu entdecken. Zudem ist die Welt sehr stimmig umgesetzt, leider sehen viele Innenareale sich oft ähnlich. Das gilt besonders auch für die Dungeons. Genau wie in Oblivion haben diese oft einen ähnlichen Aufbau, es ist jedoch nicht ganz so schlimm wie in Bethesdas Rollenspiel.
 

 

Eines der wichtigsten Features ist das Gedankenlesen. Diese Fähigkeit erhaltet ihr direkt zu Beginn des Spiels und nun könnt ihr fortan die Gedanken eines jeden NPCs lesen, mit dem ihr einen Dialog führen könnt. Allerdings ist das nicht umsonst. Jedes mal müsst ihr nämlich Erfahrungspunkte dafür bezahlen. Diese werden euch natürlich nicht abgezogen, sondern euch quasi als Schulden angerechnet, die ihr dann erst einmal begleichen müsst, bevor ihr weitere Punkte für den nächsten Levelaufstieg erhalten könnt. Dafür erfahrt ihr durch das Gedankenlesen oft aber auch nützliche Informationen, zum Beispiel Passwörter für die Türen so mancher Warenlager.
 
Ein weiteres wichtiges Feature daneben ist natürlich die Möglichkeit, sich in einen Drachen zu verwandeln. Diese erhaltet ihr nach ca. 10-12 Stunden Spielzeit. Allerdings ist das Fliegen durch die Welt begrenzt. Zum einen könnt ihr in dieser Gestalt keine Gegner auf dem Boden angreifen, ihr könnt nicht unendlich weit hoch fliegen und es gibt sogenannte Anti-Drachen-Zonen, in denen ihr in eurer Drachengestalt sehr viel Schaden erleidet und schnell tot seid, wenn ihr nicht rechtzeitig wieder rausgeflogen seid. Dafür könnt ihr als Drache natürlich Orte erreichen, zu denen ihr zu Fuß nicht hinkommen könnt. Für viel mehr wurde die Drachengestalt allerdings nicht genutzt. Ab und zu gibt es auch mal den ein oder anderen Luftkampf zu bestehen, aber damit hat es sich auch dann, zumal diese nicht allzu anspruchsvoll sind. Hier hat Larian ordentlich Potential verschenkt. Schade!
 

 

Das Kampfsystem an sich ist aber ganz nett gemacht. Die Kämpfe laufen in Echtzeit ab und sind action-orientiert. Das heißt: Sie bestehen sehr viel aus reinem Mausgeklicke. Allerdings müsst ihr auch eure Skills, also Zauber oder Spezialattacken, immer einsetzen, sodass die Kämpfe nicht so fad sind wie in Gothic 3. Wer es gerne taktischer mag, sollte aber lieber ein Drakensang spielen oder auf Dragon Age warten.

 

Die Steuerung funktioniert im Allgemeinen ganz gut, allerdings treten hier und da ein paar kleine Bedienungsmängel auf. So könnt ihr zum Beispiel sehr viele Bücher im Spiel finden. Um diese zu lesen, öffnet ihr das Inventar und sucht euch das jeweilige Buch aus. Habt ihr dieses geöffnet, gelesen und legt es wieder weg, schließt sich das Inventar jedoch und ihr müsst es erneut öffnen. Das sollte mit einem Patch noch bereinigt werden. Genau so wie das Problem, dass ihr bei den zahlreichen Ausrüstungsgegenständen den Einfluss auf eure Werte nur im Charakterbildschirm seht. Kauft ihr gerade bei einem Händler ein, müsst ihr dessen Gegenstände erst einmal akribisch mit euren vergleichen, sodass es bei der großen Anzahl an Items doch mühselig ist, das beste zu finden.
 
 
Das wohl größte Manko an dem Spiel ist jedoch die Grafik. Diese ist nämlich alles andere als zeitgemäßt. Die Texturen sind verwaschen, Gesichter sind sehr undetailliert und die Animationen sind auch nicht sonderlich schön anzusehen. Hier hat man sogar Animationsstufen scheinbar vergessen, sodass sich NPCs und Wasser durch die Gegend ruckeln.
 
Dafür ist der Sound grandios. Die deutsche Sprachausgabe gehört mit zum Besten, was wir seit langem gehört haben und die Musik ist wunderschön. Leider hat jedes Gebiet sein festes Theme, sodass ihr, wenn ihr länger in ein und der selben Gegend questet, die ganze Zeit die gleiche Musik zu hören bekommt. Ein wenig mehr Abwechslung wäre hier schön gewesen.
 
Erfreulicherweise ist Divinity 2 jedoch relativ bugfrei. In unserem Test hatten wir keine Abstürze und wenn uns Fehler aufgefallen sind, dann waren es eher kleine, die den Spielspaß nicht wirklich hemmen. Mit einer Außnahme: Zu einem bestimmten Zeitpunkt funktionierte auf einmal die Speichern-Funktion nicht mehr. Wir kamen nicht in das jeweilige Menü und konnten auch nicht mehr per Tastendruck schnellspeichern. Hier half nur neu laden. Hier sollten die Entwickler also nochmal mit einem Patch Abhilfe schaffen. Es ist auch bereits ein Update in Arbeit, welches auch die Grafik verbessern soll und die fehlenden Animationsstufen hinzufügen soll. Wann dieses erscheinen wird, steht jedoch noch nicht fest.
 

 

Insgesamt betrachtet ist Divinity 2: Ego Draconis, trotz der Mängel, ein tolles Rollenspiel. Es macht einfach Spaß, die Welt zu erkunden, den Charakter aufzuwerten, die Story zu erleben und die zahlreichen Quests zu erfüllen. Wer mit der schwachen Grafik und den par Bedienungsmängeln leben kann und auf Rollenspiele mit Action-Kampfsystem steht, sollte sich diesen Titel auf keinen Fall entgehen lassen.