Banner Saga 2

 

Offizielle Produktbeschreibung:
Die Fortsetzung des vielfach ausgezeichneten Spiele-Epos THE BANNER SAGA erzählt das nächste spannende Kapitel dieser Wikinger Heldentriolgie in einer einzigartigen Mischung aus RPG und rundenbasiertem Strategiespiel. Die liebevoll per Hand gezeichneten Charaktere und Umgebungen lassen dich direkt in diese raue und vereiste Welt der Äxte und Bärte eintauchen.
 
 
 
Setze die Reise fort: Deine Entscheidungen aus dem ersten THE BANNER SAGA wirken sich jetzt direkt auf die Ereignisse des Nachfolgers aus. Wer deiner Truppe lebt noch, wer ist bereits gestorben - was wirst du bereuen? Denn die Welt zerbricht weiterhin um dich herum und nur eine Bastion der Hoffnung verbleibt als Ziel am Horizont. Diese zu erreichen benötigt dich als starken Anführer. Bringe unzählige Opfer, setze auf einflussreiche neue Helden und gewinne deine Schlachten - wie immer - durch ausgeklügelte Strategien. Das zweite Kapitel deines Abenteuers erwartet dich!
 
 

GameFeature Wertungsbereich:
 

86%

PRO

CONTRA

+ Zeichenstil ein echter Augenschmaus

- nur automatische Speicherung

+ taktisch umfangreiche Kämpfe

- nur auf englisch erhältlich

+ wunderschöner Soundtrack von Austin Wintory (Journey)

- Einstieg ohne ersten Teil schwer

+ gut ausgearbeitete Charaktere und Story

 

+ Geschichte aus zwei Perspektiven spielbar

 

Antjes Fazit:

Man muss den Entwicklern von "The Banner Saga 2" eines zugestehen: Sie wissen wie man die nordische Mythologie in Szene setzt. Lange habe ich nicht mehr so einen interessanten Zeichenstil gesehen, vor allem nicht mit einer so stimmungsvollen Fantasywelt. Dabei wurde der Stil aus dem ersten Teil einfach wiederverwertet und lediglich mehr Zwischensequenzen hinzugefügt. Dennoch kann ich mir keine bessere optische Umsetzung vorstellen, als diesen einfachen, aber charakteristischen Zeichenstil. Doch es gibt noch mehr zu schwärmen, denn was wäre eine solche optische Kunst ohne die richtige Handlung. Entweder könnt ihr euren Spielstand aus dem ersten Teil dazu importieren oder ihr entscheidet euch zwischen einen von den beiden wählbaren Hauptcharakteren. Die Story knüpft dabei nahtlos an den Vorgänger an und je nachdem, für welchen Charakter ihr euch entschieden habt, werden auch Gespräche und Handlungen davon beeinflusst. Jedoch steht fest, dass beide Charaktere ihren ganz eigenen Charme haben und jeder von ihnen mit den Konsequenzen aus dem ersten Teil zurechtkommen muss. Beide sorgen für interessante Züge in der Story und können durch Wahlmöglichkeiten innerhalb der Unterhaltungen nochmals geschliffen werden. Denn je nachdem, wie man sich entscheidet, kann dies Einfluss auf das Spiel haben und über Leben und Tod entscheiden. Zudem wirkt die Story sehr erwachsen und ausgereift, fast schon etwas zu ernst. Die Welt der Völker wird bedroht durch die Dredge, wie im vorigen Teil, und man spürt förmlich den Verlust, der damit einhergeht. Die Figuren trauern um ihre gefallenen Kameraden, müssen aber gleichzeitig fliehen und Schutz suchen. Die Bedrohung liegt ihnen nämlich ständig im Nacken und auch in den eigenen Reihen gibt es böses Blut. Man fühlt richtig den Schmerz, wenn darüber gesprochen wird, dass das eigene Volk (Varl), dem Untergang geweiht ist und eine altehrwürdige Kultur damit ausstirbt. The Banner Saga 2 ist daher nicht nur etwas für Strategie-Spieler, sondern vor allem auch für Liebhaber ausgereiften Fantasys, das nicht klischeehaft aus Orks und Elfen besteht. Selbst am Gameplay gibt es wenig zu meckern. Das taktisch rundenbasierte Kampfsystem ist sehr fordernd, auch wenn es anfangs eher banal und einfach wirkt. Wir haben Rüstungspunkte und Lebenspunkte, die wir angreifen können, müssen uns aber entscheiden, welche von beiden strategisch mehr Sinn machen zuerst zu dezimieren. Hinzu kommen noch die Willenspunkte, mit denen wir sparsam umgehen müssen, weil sie für Spezialattacken, weitere Strecken und Kampfkraft wichtig sind. Zusammen mit der wechselbaren Dynamik der Helden und den Aufwertungsmöglichkeiten entsteht ein komplexes Strategieszenario. Zumal die Gegner wirklich sehr schwer zu besiegen sind und teilweise übermächtig wirken. Was leider fehlt, sind Stimmen zu den Charakteren, abgesehen von einigem Kampfgeschrei und wenigen Worten, die in der Story fallen, gibt es keinen richtigen Dialog, sondern nur Text zum Lesen. Das finde ich sehr schade und es raubt der Story irgendwie Atmosphäre. Auch, dass das Spiel nur in Englisch zu haben ist, stört bei der Verständlichkeit. Ein großer Trost dagegen ist der Soundtrack von Austin Wintory, bekannt durch Journey, der es versteht die düstere Handlung durch noch düsterere Klänge in Szene zu setzen. Rundum ein äußerst gelungener Gaming-Schmaus.