Left 4 Dead 2



Jens Bremicker für GameFeature.de

Mit Left 4 Dead 2 geht Entwickler Valve bereits einem Jahr nach dem ersten Teil mit der Fortsetzung an den Start. Nach der Ankündigung im Sommer waren die Fans sehr brüskiert und bezeichneten das Spiel schon vor dem Release als Abzocke bzw. als Add-On zum Vollpreis. Doch stimmt das? Immerhin bietet Left 4 Dead 2 einen komplett neuen Spielmodus, den sogenannten Scavange-Modus, in dem ihr in der Rolle der Überlebenden Benzinkanister finden und zu einem Auto bringen müsst, um Punkte zu ergattern. Übernehmt ihr jedoch die Zombies, ist es eure Aufgabe, dass natürlich zu verhindern. Am Ende der Runde werden die Seiten gewechselt und am Ende hat das Team mit der höchsten Punktzahl natürlich gewonnen.
 
Außerdem neu sind neben neuen Scheißprügeln - die deutsche Version enthält übrigens exklusiv fünf Waffen aus Counter Strike, vermutlich als Entschädigung für die Zensierungen - auch Nahkampfwaffen neu ins Spiel dazu gekommen. Gitarre, Axt, Bratpfanne, Schwert und auch eine Kettensäge sind mit von der Partie. Eine weitere, wenn aber auch eher kleine Neuerung ist der Realismus-Modus, in dem sämtliche Hilfsanzeigen abgeschaltet sind und die Gegner noch mehr Kugeln vertragen.
 

Und natürlich gibt es auch neue Boss-Zombies. Der Charger ist quasi ein ähnlich starker Bursche wie der Tank - und daher auch der "langweiligste" neue Untote, der Splitter spuckt ätzende Säure auf den Boden und der Jockey setzt sich auf einen Spieler drauf und versucht, diesen in die Gegnerhorden zu lenken. Am grundlegenden Spielprinzip hat sich hingegen nichts getan: In fünf Kampagnen kämpft ihr euch zu viert kooperativ durch die Reihen an Untoten, im Versus-Modus übernehmen vier weitere Spieler die Rollen der Boss-Zombies und im Survival-Modus geht es einfach darum, so lange wie nur möglich zu überleben.

Ich halte Left 4 Dead 2 für einen an sich sehr gelungenen Ko-Op-Shooter. Eigentlich ist es sogar der Beste, den man derzeit kaufen kann. Die Kampagnen sind fantastisch designt, der Scavange-Modus ist kurzweilig und extrem spaßig und die neuen Waffen und Boss-Zombies erweitern das Spiel sinnvoll. Allerdings darf man natürlich nicht unterschlagen, dass das ganze sich eher auf Add-On-Niveau befindet. Wirklich bahnbrechende Neuerungen gibt es nicht, zumal die Nahkampf-Waffen ein Feature sind, bei dem man das Gefühl hat, Valve hätte es schon im ersten Teil bringen können und sich dann aber dazu entschieden hat, es für einen zweiten Teil aufzuheben, der sicherlich kommen würde, was ja nun auch geschehen ist. Besitzer des Vorgängers müssen also selbst wissen, ob sie ein Vollpreis-Add-On kaufen wollen, oder es belassen und als Abzocke abtun. Alle anderen, die gerne kooperativ spielen, müssen jedoch zugreifen.
 
 
Denn Left 4 Dead 2 macht eigentlich fast alles richtig und ist definitiv ein Top-Titel und auch besser als sein Vorgänger. Solospieler werden jedoch nicht viel zu tun haben und die Kampagnen schnell durchgespielt haben. Dafür ist die Bot-KI jedoch sehr gut gelungen. Und man darf nicht vergessen, dass der Titel eben ein Multiplayer-Shooter ist und auch nicht mehr sein will. Eine Bitte hätte ich jedoch an Valve: Baut für euer nächstes Spiel bitte eine neue Grafik-Engine. Left 4 Dead 2 ist zwar nicht hässlich, aber die Scource-Engine ist mittlerweile nunmal leicht veraltet. Immerhin läuft das Spiel somit, in gewohnter Valve-Tradition, auch auf schwächeren Rechner flüssig.