Operation Flashpoint: Dragon Rising (PS3)


Unable to embed Rapid1Pixelout audio player. Please double check that:  1)You have the latest version of Adobe Flash Player.  2)This web page does not have any fatal Javascript errors.  3)The audio-player.js file of Rapid1Pixelout has been included.

Download des Podcasts

René Leitner für GameFeature.de

„Operation Flashpoint“ war damals (2001) eines meiner absoluten Lieblingsspiele. Noch nie zuvor wurde das Soldatenleben in einem 3D-Shooter so realistisch dargestellt. Von den elend langen Fußmärschen und den Fahrten mit Militärfahrzeugen, bis hin zu den wirklich realistischen Missionen und Kämpfen war wirklich alles vertreten von dem viele Militärspielfreunde lange nur Träumen konnten. Auch ich habe dieses Spiel geliebt und unzählige Nächte damit verbracht mich vor den feindlichen Kugeln in Sicherheit zu bringen. Umso größer war meine Freude, als ich hörte dass das neue Flashpoint auch für PS3 erscheint. Ging es im ersten Spiel noch um den kalten Krieg, so wurde das Setting diesmal auf eine Insel verlegt, welche die Chinesen von den Japanern annektiert haben. Als US-Trupp hilft man dem Verbündeten und begibt sich auf diese Insel namens Skira und unterstützt die Japaner in ihrem Kampf. Das ganze klingt nach einer heiklen und schwierigen Aufgabe, und das ist es auch.

In Operation Flashpoint: Dragon Rising spielt Ihr diesmal zwar nicht in einer Einheit mit vielen Soldaten, sondern in einem Viererteam, aber das ist zu verschmerzen. Das Hauptspiel ist natürlich die Kampagne mit dem Namen „Der Drache erhebt sich“. Als Truppführer des USMC müsst Ihr Euch in 11 Missionen gegen die Luftlandtruppen der chinesischen Volksbefreiungsarmee durchsetzen. Die einzelnen Missionen bieten zwar abwechslungsreiche Einsätze und sekundäre Missionsziele, jedoch ist nach ca. 5-6 Stunden aber auch schon wieder Schluss. So kurz die Kampagne ist, so schwach wird auch die Geschichte erzählt. Zwar gibt es am Anfang ein gutes Intro, danach wird aber einfach nicht konsequent weitererzählt. Auch die Kameraden werden nicht wirklich gut eingeführt und in die Geschichte eingebunden, so dass es Euch ziemlich egal ist ob einer davon das Zeitliche segnet. Hat man das Hauptspiel durch, gibt es immerhin noch die Möglichkeit Einzelmissionen und Freigeschaltete Truppeinsätze zu spielen.


Spielerisch bietet das Game so einiges. Neben dem gewohnten in Egoperspektive typischem spielen, hat man auch die Möglichkeit seinen Kameraden einzeln oder in der Gruppe Befehle zu erteilen und man kann sie auch über eine Karte zu gewissen Punkten navigieren. Dabei gibt es verschiedene Gruppenmöglichkeiten und verschiedene Taktiken aus denen man wählen kann. Im Einsatz schlagen sich die Kollegen zwar recht OK, aber bei erteilten Befehlen beißt man ab und zu vor Frust ins Gamepad. Sehr oft wollte einer der Soldaten nicht dort hingehen wo seine Kameraden schon hingegangen sind. Nach etlichen hin und her Befehlen schafft man es schlussendlich doch, aber das ganze dauert und nervt ganz einfach. Auch die Gegner haben so ihre Probleme. Entweder sie sind wahre Meisterschützen, oder aber sie merken die Bedrohung nicht einmal wenn sie 3 Meter neben ihnen steht. Auch der einfachste Schwierigkeitsgrad ist nicht gerade ein Zuckerschlecken. Nur zu oft spielt man nach dem Trial and Error Prinzip. Noch dazu hat man nicht die Möglichkeit zu speichern wann man will. Das Spiel speichert immer automatisch an Savepoints. Diese sind oft gut gewählt, manchmal aber eben auch nicht.

Das dieses Spiel in Sachen Realismus an seinen Vorgänger heranreichen will ist logisch. Auf Grund der riesigen Karte und den unterschiedlichen Landschaften kommt man richtig in Stimmung und vergisst auch schon mal dass man sich bereits mehrere Minuten auf dem Weg zu einer Mission befindet. Natürlich sind auch die Kämpfe sehr realistisch. Nachwuchs-Rambos werden hier keine Chance haben. Wie in einem richtigen Krieg zählt auch hier die Tarnung, bzw. dass man sich unauffällig in das Zielgebiet begibt. Es genügen nämlich wenige, bis manchmal sogar nur ein, Treffer um die Radieschen von unten zu sehen. Und wenn es dann so richtig losgeht zählt nur mehr eines, in Deckung gehen. Leider gibt es dabei aber keine Möglichkeit um die Ecke zu sehen, oder aus der Deckung heraus über Mauern oder ähnliches zu feuern. Auch die nicht vorhandene Möglichkeit sich vor einer Mission Waffen auszuwählen ist ein Manko. Dafür kann man von Gegnern Fallengelassene Waffen aufheben und verwenden.

Wie im Original gibt es auch in der neuen Version verschiedene Fahrzeuge denen man sich stellen muss, oder mit welchen man sich fortbewegen kann. Natürlich kann man beim fahren und fliegen die Position im Gerät einnehmen welche man am liebsten hat, und die Teammitglieder aufteilen. Das Steuern der Fahrzeuge funktioniert sehr einfach und auch das Fliegen mit dem Heli wurde gut umgesetzt. Auch hier gibt es aber einen massiven Minuspunkt. Die Fahrzeugphysik ist wirklich nicht gut gelungen. Denn wenn man mit einem Jeep samt Bordschützen gegen einen kleineren Felsen fährt, sich dreimal überschlägt und danach ohne Schäden und mit lebendem Bordschützen wieder auf den Reifen landet und weiterfahren kann als ob nichts geschehen ist, dann ist das weniger realistisch als viel mehr ein Wunder und ein physikalisch unkorrektes Ereignis. Spätestens wenn man einen Hubschrauberpiloten abschießt, der Hubschrauber im Wald runterkommt, und die gesamte Mannschaft überlebt, man selbst nach dem folgenden Feuergefecht den Hubschrauber wieder reparieren kann (weil nur die Rotorblätter kaputtgegangen sind) um dann locker wieder Loszufliegen, fragt man sich wiese die Kämpfe so realistisch gestaltet wurden wenn die Physik so dermaßen unrealistische Dinge zulässt. Auch sind insgesamt viel weniger Fahrzeuge enthalten als im Original.

Grafisch sieht Operation Flashpoint: Dragon Rising sehr nett aus. Vor allem wenn man bedenkt, dass man sich ohne Einschränkungen auf einer über 200 km² großen Insel bewegen kann. Die Soldaten, Waffenanimationen, Fahrzeuge und die gesamte (sehr abwechslungsreiche) Landschaft sehen für Konsolenverhältnisse wirklich sehr hübsch aus, obwohl vereinzelt Clippingfehler auftauchen. Auch die Sounds sind gut gelungen. Die Schüsse, Fahrzeuge und Umgebungsgeräuschen wirken sehr realistisch. Einzig die Meldungen der Kollegen nerven, da man hier keine kompletten Sätze eingebunden hat, sondern aus vorgegebenen Sätzen und Wörtern immer die scheinbar passenden Sätze zusammen baut. Das klingt ab und zu wirklich übel. Der in der PC-Version vorhandene Leveleditor, mit dem man sich eigene Missionen zusammenstellen kann, ist auf der PS3-Version leider nicht vorhanden. Es gibt aber wieder jede Menge PS3-Trophies zu erspielen.

Natürlich kann man Operation Flashpoint: Dragon Rising auch im Multiplayer spielen. Es gibt zwar keine Splitscreenvariante, aber Online lassen sich vier unterschiedliche Modi zocken. Zwei davon sind Koop. Man kann Einzelmissionen zusammen spielen, aber auch die Kampagne lässt sich Mission für Mission nachspielen. Es gibt auch noch den Vernichtung-Modus, bei dem es sich um ein klassisches Team_Death-Match handelt. In der Variante Infiltration greift ein kleines Team eine Basis der zahlenmäßig überlegenen Verteidiger an, um ein Zielobjekt zu zerstören. Alle Modi machen Spaß, vor allem aber natürlich die Koop-Modi wenn man sie mit Freunden spielt. Was mir persönlich gefallen hat ist, dass es endlich wieder einen Serverbrowser gibt, und nicht nur die leider schon üblichen Schnellverbindungen.

Insgesamt hinterlässt Operation Flashpoint: Dragon Rising einen noch guten Eindruck. Leider hat man aber komplett gesehen bei zu vielen Dingen nicht das richtige gemacht, bzw. geschlampt. So macht das Spiel zwar Spaß, kann sich aber nicht aus der Masse herausheben und einen ebenso bleibenden Eindruck hinterlassen wie das 2001er Spiel. Realismus-Fans werden durch die Fahrzeugphysik nicht so wirklich bedient, und für reine Action-Fans ist das Spiel wieder eine Spur zu komplex. Ich empfehle das Spiel Probe zu spielen und sich selbst ein Bild zu machen. Operation Flashpoint: Dragon Rising wird sicher seine Fans finden.

Logo star-snippets.com

Notice: Undefined index: gamefeature.de in /var/www/web14/htdocs/application/modules/site/controllers/StarController.php on line 435

Notice: Undefined index: gamefeature.de in /var/www/web14/htdocs/application/modules/site/controllers/StarController.php on line 437