Motorstorm Arctic Edge PSP



René Leitner für GameFeature.de

Das halsbrecherische MotorStorm-Rennsportfestival hat bei seinem Debüt auf der PS3 den Wüstenstaub des Monument Valley aufgewirbelt und bei dem Nachfolger "Motorstorm: Pacific Rift" eine komplette Insel auf den Kopf gestellt. Jetzt nimmt der wildeste Offroad-Wettbewerb der Welt Kurs auf die PSP und eine völlig neue Herausforderung: die eisige Kälte Alaskas. In Motorstorm: Arctic Edge kämpfen die Rennfahrer sowohl gegen ihre hinterhältigen Kontrahenten als auch gegen gefährliche Hindernisse, plötzliche Lawinen und brüchige Eisflächen. Zudem verlaufen die Rennen auf drei unterschiedlichen, gnadenlosen Ebenen. Diese lebensfeindliche Umgebung wird zur bisher größten Herausforderung. Oder doch nicht? Also nichts wie Anschnallen und bereithalten für das kälteste MotorStorm-Festival.

Als erstes fällt natürlich die neue Umgebung auf. MotorStorm: Arctic Edge ist ein Offroad-Spektakel mit 12 neuen, unwirtlichen Rennstrecken im arktischen Alaska. Von verschneiten und vereisten Strecken, bis hin zu Bergbaugegenden ist in dem Spiel alles vertreten was der Bundesstaat Alaska auch in Real zu bieten hat. Dabei hat man natürlich auch, wie von den Vorgängern gewohnt, die Möglichkeit Abkürzungen und alternative Routen zu nehmen. Auch das typische Fahrzeug-Repertoire ist wieder vorhanden. Jedoch gibt es neben den gewohnten Offroadautos, Quads und Motorrädern nun auch neue Fahrzeuge wie die Pistenraupe und das Schneemobil. Natürlich haben alle Fahrzeuge unterschiedliche Eigenschaften, und nicht jedes ist für jede Strecke perfekt geeignet. Man kann diese Vehikel auch individuell verändern und mit verschiedensten Farben, Lackierungen, Aufklebern und im weiteren Verlauf auch mit anderen Fahrzeugteilen versehen. Mehr Tuning ist allerdings nicht möglich. Es dient einzig zur optischen Individualisierung.
 
Das Herzstück des Spiels ist der Festival-Modus. In diesem müsst Ihr Euch von Strecke zu Strecke beweisen und mit gewonnenen Punkten die kommenden Strecken Freischalten. Dabei handelt es sich nicht nur um normale Rennen, sondern es gibt auch Geschwindigkeitsrennen in denen man abgesteckte Checkpoints in einer gewissen Zeit durchfahren muss und das Zeitbombenrennen. In diesem erhält man für jede Sekunde Punkte für die Rennposition, und der Fahrer der zuerst 999 Punkte gesammelt hat gewinnt das Rennen. Leider ist gerade dieser Festival-Modus ziemlich lieblos umgesetzt und wirkt nur wie eine Aneinanderreihung der einzelnen Rennen. Jedoch schaltet man durch das kontinuierliche fortschreiten in der Karriere nicht nur neue Strecken, sondern auch weitere Fahrzeuge und andere Goodies frei. Natürlich kann man die einzelnen Rennmodi auch als freies Spiel und die Strecken im Zeitrennen trainieren.
 
 
Das es bei den Rennen hart zur Sache geht ist natürlich auch auf Grund der gemischten Fahrzeuge zu erklären. Während man in anderen Rennspielen immer in Klassen unterteilt ist, tritt man hier z.B. mit dem Motorrad gegen Trucks und Schneemobile an. Das man als Biker bei einer Berührung mit den Ungetümen den Kürzeren zieht ist klar, dafür hat man den Vorteil der besseren Beschleunigung. Das ganze ist aber sehr gut ausgewogen und egal mit welchem Fahrzeug man unterwegs ist, man hat immer Chancen auf den Sieg. Vor allem wenn man den Boost gekonnt einsetzt, und natürlich auch rechtzeitig vor einer Überhitzung wieder ausschaltet. Hierbei kann man den Motor sogar kühlen indem man durch Lacken oder tiefen Schnee fährt. Auch die Gegner-KI ist gut gelungen. Die Kontrahenten fahren nicht einfach stur eine Linie sondern variieren ihre Richtung und schneiden und kämpfen als ginge es um ihr Leben um vor dem Spieler im Ziel zu sein. Ab und an stört bei Zweikämpfen jedoch die etwas eigenartige Kollisionsabfrage den Spielfluss.
 
 

Ein ebenso wichtiger Punkt im Gameplay ist die Steuerung. Diese funktioniert sehr gut, egal ob man mit dem Analogstick, oder den digitalen Steuerbuttons lenkt. In Punkto Grafik hat man sich wirklich ins Zeug gelegt. Die Fahrzeuge werden schön und für PSP-Standards sehr detailreich dargestellt. Vor allem wenn man mit hohem Tempo einen Crash baut. Wie bei den PS3 Vorgängern, schaltet dann auch hier die Kamera auf eine Crashcam um, um das ganze Ausmaß des Unfalls zu zeigen. Als Fahrer man aber leider nur 2 Blickwinkel zur Verfügung. Eine Rückansicht und eine Motorhaubenansicht. Ebenso wie die Fahrzeuge ist auch die gesamt Umgebung sehr schön anzusehen und mit liebevollen Details geschmückt. Dazu kommt eine wirklich gute Weitsicht. Man hat trotz des kleinen Bildschirms nie das Gefühl nicht mehr zu wissen wo es lang geht. Sehr gut gefallen hat mir der Audioaspekt des Spiels gefallen. Die Motorengeräusche sind gut gelungen und passen gut zum Spiel. Wirklich toll ist aber der Soundtrack. Insgesamt gibt es 20 Lieder die im Hintergrund laufen. Und die Setlist ist wirklich gut gelungen. Neben Bands wie The Prodigy, The Hives und Queens of the Stone Age gibt es auch noch Motorhead, Radiohead und andere wirkliche Spitzenbands zu hören. Man hat auch die Möglichkeit eigene MP3s abzuspielen und so seine individuelle Setlist zusammenzustellen. Das ist ein tolles Feature, welches ich mir öfter bei Handheldspielen wünsche.

 
 
In Motorstorm: Arctic Edge hat man auch die Möglichkeit mit seinen Freunden Multiplayermatches zu zocken. Aber nicht wie oft nur im Ad-Hoc Modus, sonder auch via Internet. Diese Möglichkeit besteht nicht nur, es funktioniert auch alles reibungslos und schnell. Ob hosten, oder joinen, ganz egal. Es wird alles ziemlich zügig umgesetzt und das Onlinevergnügen kann losgehen. Dazu meldet man sich beim PSN an und es werden damit auch die Freundeslisten vom PSN-Konto übernommen, neue Freunde können hinzugefügt, oder unhöfliche Leute geblockt werden. Diese Art der Umsetzung sollte in Zukunft wirklich zum Standard bei PSP-Spielen werden.
 
 
Motorstorm: Arctic Edge bietet trotz einiger kleinerer Schwächen auf der PSP das, was man von den PS3-Vorgängern gewohnt ist. Kompromisslose Action und schnelle Rennen. Das man bei einer Handheldversion natürlich Abstriche machen muss ist logisch. Das Ganze wurde von den BigBig Studios aber sehr gut umgesetzt und das Spiel macht eine Menge Spaß. Fans der Reihe die eine PSP besitzen werden von dem Spiel nicht enttäuscht werden. Fans von realistischen Rennspielen sollten sich nicht durch fehlende Tuningmöglichkeiten und arcadelastigen, schnellen Rennen abschrecken lassen, sondern die abwechslungsreichen Strecken und Kämpfe um die Spitzenposition genießen.